Tag des offenen Denkmals am 9. September 2018: Entdecken, was uns verbindet

Liebfrauenkirche in Trier, einer der frühesten gotischen Bauten in Deutschland | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Liebfrauenkirche in Trier, einer der frühesten gotischen Bauten in Deutschland | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Jüdischer Friedhof „Heiliger Sand“ in Worms, Teil des sog. SchUM-Erbes | Bild: Heinz Straeter, GDKE
Jüdischer Friedhof „Heiliger Sand“ in Worms, Teil des sog. SchUM-Erbes | Bild: Heinz Straeter, GDKE
Nister-Brücke nahe der Abtei Marienstatt | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Nister-Brücke nahe der Abtei Marienstatt | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Hambacher Schloss, Ort des Hambacher Festes 1832 und der Auftaktveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals 2018 | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Hambacher Schloss, Ort des Hambacher Festes 1832 und der Auftaktveranstaltung zum Tag des offenen Denkmals 2018 | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Eisenbahnmuseum in Neustadt an der Weinstraße | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Eisenbahnmuseum in Neustadt an der Weinstraße | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Blick durch das Kirchtor zum Rathaus von Rhens | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Blick durch das Kirchtor zum Rathaus von Rhens | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Brückenhäuser in Bad Kreuznach, verbinden die Altmit der Neustadt | Bild: Georg Peter Karn, GDKE
Brückenhäuser in Bad Kreuznach, verbinden die Altmit der Neustadt | Bild: Georg Peter Karn, GDKE

Passend zum Europäischen Kulturerbejahr begibt sich auch der bundesweit veranstaltete Tag des offenen Denkmals 2018 auf Spurensuche, um zu „Entdecken, was uns verbindet“, so das diesjährige Motto.

Ganz gleich, ob Sie ein Denkmal besitzen, sich für den Erhalt eines Kulturguts persönlich einsetzen oder ganz einfach an der Geschichte rundherum interessiert sind:

Begeben Sie sich am 9. September 2018 auf Entdeckungstour und finden Sie verborgene Facetten unserer Denkmäler, von denen Sie bisher nichts wussten! Nutzen Sie den Tag des offenen Denkmals und lernen Sie mehr über ihre Heimat – staunen Sie darüber, wie international unsere Region ist und es schon immer war.

Was kann man sich nun unter dem Motto „Entdecken, was uns verbindet“ vorstellen? Zunächst gibt es Bauten, die wortwörtlich verbinden – eine Brücke zwei Ufer miteinander, ein Tunnel zwei Seiten eines Hindernisses oder eine Eisenbahnverbindung ganze Regionen.

Uns verbinden aber auch die Denkmäler in unserer Mitte: Von der kleinen Pfarrkirche bis zum Mainzer Dom sind viele Sakralbauten seit Jahrhunderten Keimzelle und Mittelpunkt von Dörfern und Städten. Auch profane Architektur kann zum Symbol einer ganzen Stadt werden: Wer denkt bei Trier nicht zuerst an die Porta Nigra?

Verbindungen bestehen nicht allein untereinander: Politische oder kulturelle Grenzen haben Menschen noch nie davon abgehalten, miteinander in Kontakt zu treten, zu kommunizieren und miteinander zu handeln. Handwerker wanderten von Stadt zu Stadt und verbreiteten somit neue Techniken und Stilformen. Oftmals warben Kirche und Adel ganz bewusst Fachkräfte aus ganz Europa an und holten sich Spezialisten und Meister in ihre Residenzen. So lässt sich erklären, wie die französische Gotik zur Oppenheimer Katharinenkirche und italienische Einflüsse in die Eifel auf das Schloss Malberg kamen.
Für Rheinland-Pfalz als Grenzland bedeutete diese Nähe zu seinen Nachbarn nicht immer ein friedliches Zusammenleben. Im vereinigten Europa von heute mahnen uns die Burgruinen und ehemaligen Bunkeranlagen, dass offene Grenzen nicht immer selbstverständlich waren.

Geschehnisse jenseits politischer Grenzen wirken sich immer auch auf uns aus: Nachdem die Ideen der Französischen Revolution auch nach Deutschland vordrangen, gründete sich mit der Mainzer Republik das erste Staatsgebilde in Deutschland, das einen demokratischen Anspruch vertrat. Die wiederholten Kriege, Besetzungen und Okkupationen gegen und durch vermeintliche „Erbfeinde“ hat bis heute Spuren hinterlassen. Zum Glück war Rheinland-Pfalz neben all den Konflikten auch Schauplatz von Versöhnung: So trafen 1958 Charles de Gaulle und Konrad Adenauer im Bad Kreuznacher Kurhaus erstmalig auf deutschem Boden aufeinander und legten damit den Grundstein für die neue, deutsch-französische Freundschaft.

Gemeinsame Geschichte stiftet immer auch Identität: Heute ist die Freundschaft zu unseren europäischen Nachbarn nicht mehr wegzudenken. Auch im Kleinen, Regionalen finden wir Verbindendes: Ein Rathaus oder ein zentraler Platz bedeuten für eine Stadt oder ein Dorf einen Ort für Gemeinschaft und Zusammenkunft. Der Tag des offenen Denkmals 2018 bietet einen Anlass, sich einmal zu fragen, was unsere Gesellschaft überhaupt ausmacht. Was verbindet uns? Worin finden wir das Fremde, das Internationale im Eigenen?

Unsere Heimat wird vom beständigen Kommen und Gehen geprägt, Austausch und Migration beeinflussen uns seit jeher und bis heute. Von der Zeit der Völkerwanderung über die Einwanderung französischer Hugenotten bis zur modernen Migration spielt dieser Wandel eine große Rolle. Was können unsere Kulturdenkmäler für unseren neuen Mitbürger bedeuten, kann das gebaute Erbe auch für sie identitätstiftend wirken? Es lohnt sich, diese Fragen an uns selbst zu stellen. Bei diesem Thema ist für jeden etwas dabei – die Antworten auf die Frage, was uns nun verbindet, wird für jeden Menschen unterschiedlich ausfallen.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:
http://www.tag-des-offenen-denkmals.de/thema/

Die Anmeldung zum Tag des offenen Denkmals findet wie im Vorjahr ausschließlich über die Deutsche Stiftung Denkmalschutz statt, unter:
https://veranstalter.tag-des-offenen-denkmals.de/mitmachen/

Für Fragen oder Rückmeldungen wenden Sie sich bitte per Mail an die
weiterbildung(at)gdke.rlp.de

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und Ihr Interesse!

Almersbach, Detail des Bischofs in der Almersbacher ev. Kirche, links: Vorzustand; rechts: Endzustand | Bild: Geraldine Krauthäuser, SchleidenBickendorf, Quereinhaus, Bordürenmalerei im Quereinhaus | Bild: Hardy Diedrich, BickendorfEdenkoben, Villa Ludwigshöhe, „Pompejanische Wandmalerei“ im Speisezimmer | Bild: Ulrich Pfeuffer, GDKE, Direktion Landesmuseum KoblenzRomansicher Schmuckfußboden in der ev. Kirche in Flonheim (Kreis Alzey-Worms) | Bild: Rainer Reith, Oberkirchen