Band 19.1

In zwei Teilbänden behandelt die Denkmaltopographie der Stadt Neustadt an der Weinstraße über 900 Kulturdenkmäler, die sich auf die Kernstadt und neun Ortsbezirke verteilen. Während das oft als „Perle der Pfalz“ bezeichnete Neustadt eine hochmittelalterliche Gründung ist, reicht die Geschichte der umliegenden Dörfer teils erheblich weiter zurück. Die Lage am Übergang des Haardtgebirges zur Rheinebene begünstigte eine Besiedlung beiderseits des Speyerbachs bereits in vorgeschichtlicher Zeit.

Im Mittelalter grenzten im Bearbeitungsgebiet Territorien der Pfalzgrafschaft bei Rhein, der späteren Kurpfalz, und des Hochstifts Speyer aneinander. Sichtbarer Ausdruck der Machtverhältnisse sind die Überreste der auf Berghöhen gelegenen Burgen. Unter diesen sind Burg Winzingen mit seiner romanischen Kapelle und das Hambacher Schloß, das im 19. Jahrhundert zur „Wiege der deutschen Demokratie“ werden sollte, besonders zu erwähnen. In seiner Stadt hatte der rheinische Pfalzgraf nicht nur eine Residenz, von der sich Reste erhielten, sondern hier bestimmte er auch den Neubau einer als Grablege geplanten Stiftskirche des 14. Jahrhunderts. Neben diesem herausragenden Bauwerk lässt sich die Entwicklung des Kirchenbaus von der Romanik bis in die 1960er Jahre anhand eindrucksvoller Gotteshäuser im Bearbeitungsgebiet nachvollziehen.

Kulturdenkmäler in Rheinland-Pfalz, Band 20.2

Kreis Alzey-Worms

Band 20.2 Stadt Alzey

Bearbeitet von Michael Huyer und Dieter Krienke. Wernersche Verlagsgesellschaft: Worms 2014 (Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland)
242 Seiten mit 582, größtenteils farbigen Abbildungen und neun Karten, 21 x 30 cm, geb. ISBN 978-3-88462-326-8, € 48.00

Der zweite Teilband des Landkreises stellt die ca. 200 Denkmäler der Kreisstadt Alzey sowie der Stadtteile Dautenheim, Heimersheim, Schafhausen und Weinheim vor.

An die Stelle des 352 zerstörten „vicus Altiaium“ trat ein spätrömisches Kastell, von dem man bedeutende Reste freigelegt hat. Im hohen Mittelalter wurde Alzey pfalzgräfliche Residenz und erhielt 1277 die Stadtrechte. Später war die Stadt Zentralort eines kurpfälzischen Oberamtes. Eindrucksvolles Zeugnis dieser Entwicklung ist das mächtige, aus der hochmittelalterlichen Burg hervorgegangene Schloss. Zwar wurde es 1689 durch die Franzosen zerstört, aber bis 1903 in malerischen historistischen Formen wiederaufgebaut. An den Prozess der Stadtwerdung erinnert die in weiten Abschnitten erhaltene Stadtbefestigung. Als bedeutendster Sakralbau überragt die spätgotische Nicolaikirche die Stadtsilhouette. Renaissancebauten wie Rathaus und Hospital bilden bemerkenswerte Blickpunkte der Altstadt, die eine wirkungsvolle Aufreihung von Plätzen auszeichnet. Hier verdeutlichen schmuckvolle barocke Fachwerkfassaden die Wiederaufbautätigkeit nach dem Pfälzischen Erbfolgekrieg, der auch die einst lutherische „Kleine Kirche“ zu verdanken ist.
Die Baukultur des 19. Jahrhunderts entfaltet sich in den Stadterweiterungen: Spätklassizismus und Historismus sind mit stattlichen Villen und Bürgerhäusern repräsentiert. Die vom Jugendstil beeinflusste Anlage der Rheinhessenklinik wurde ab 1905 im Pavillonsystem verwirklicht. Die Sakralarchitektur der Moderne ist mit der Pfarrkirche St. Josef der 1960er Jahre vertreten.
Dorfstrukturen des 18./19. Jahrhunderts und im Kern mittelalterliche Kirchen finden sich in den Stadtteilen.

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Band 19.2

Dem für die weitere Region außergewöhnlichen Umstand der Schonung im Pfälzischen Erbfolgekrieg im späten 17. Jahrhundert ist es zu verdanken, dass die Kernstadt einen bis in das Mittelalter zurückreichenden Häuserbestand besitzt. Viele der Fachwerkbauten des 14./15. Jahrhunderts werden hier erstmals vorgestellt. Unter den Bauten der Renaissance ragt das Casimirianum heraus und zeugt von der kurzen Epoche am Ende des 16. Jahrhunderts als Neustadt international frequentierte Universitätsstadt war. Die Barockzeit hinterließ ebenso markante Baulichkeiten wie das 19. Jahrhundert, in dessen Verlauf herrschaftliche Bürgerhäuser und teilweise exzellente Villen entstanden. Bildete einerseits der Handel eine Quelle hiesiger Prosperität, so war Neustadt andererseits traditionell ein Verwaltungsstandort, wie sich an zahlreichen Behördenbauten ablesen lässt.

In der vom Weinbau geprägten Region dominieren Haken- und Dreiseitgehöfte, deren oftmals bis in die Renaissance zurückreichenden Toranlagen meist reich verziert sind. Mehrfach haben sich weitgehend geschlossene historische Straßen- und Ortsbilder erhalten. Das breite Spektrum des Denkmalbestands wird durch technische Denkmäler und Kleindenkmäler, darunter Wegekreuze und Bildstöcke als Ausdruck der konfessionell gebundenen Frömmigkeit, abgerundet.